Arten von Kirchen


Die Pfarrkirchen sind die Hauptkirchen einer Pfarrei oder Gemeinde. Alle anderen Kirchen und Kapellen einer Pfarrei oder Gemeinde dienen nur der ihr zugewiesenen Funktion (zB Leichenkapelle). Das Gebiet einer gemeinde oder Pfarrei ergibt sich in der Regel aus historisch-politischen Grenzen den Gemeinden; in größeren Städten aus den Stadtteilen oder den Stadtbezirken.
Die Kirche eines Klosters kann Klosterkirche, Prioratskirche, Abteikirche oder Münster heißen. Letzterer Begriff (Münster) wird auch für einige Kathedralen, Klosterkirchen oder Pfarrkirchen in derselben Weise verwendet.
Eine Stiftskirche gehört zu einem Stift, das sich von einem Kloster insofern unterscheidet, dass es von Stiftsherren bzw. Stiftsdamen bewohnt wird. Ein Kloster wird meist nicht vom Stifter selbst bewohnt.
Eine Kathedrale oder ein Dom sind Gotteshäuser die von einem Bischof geführt werden. Von der Spätantike bis ins späte Mittelalter wurde neben eine Kathedrale/ einen Dom oft eine Taufkapelle gebaut.
Der Bau der christlichen Gotteshäuser folgt vier Grundrissen. Ein Großteil aller Gotteshäuser, die bis etwa Mitte des 20. Jahrhunderts erbaut wurden, entsprechen einem dieser vier Grundschemen. Im modernen Kirchenbau gibt es jedoch eine große Fülle an Bauschemen. Im Folgenden ein Überblick über die vier Grundschemen:
Die Basilika ist die wichtigste Grundform des frühen und mittelalterlichen Gotteshauses, dessen Innenraum durch Kolonnaden in mehrere Längsschiffe geteilt ist. Erste Kirchen wiesen noch starke Anlehnung an die Basilika der Antike auf. Im Mittelalter wurde diese jedoch zur Kreuzbasilika fortentwickelt.
Die Saalkirche ist ein ein-schiffiges Kirchengebäude, das aus nur einem, saalartigen Innenraum besteht und meistens einen eingezogenen Chor aufweist.
Die Hallenkirche entspricht der Basilika. Die Längsschiffe sind jedoch von identischer oder zumindest ähnlicher Höhe und des Weiteren unter einem gemeinsamen Satteldach verbunden.
Beim Zentralbau weisen die Achsen die gleiche Länge auf. Die Grundrisse, die sich daraus ergeben sind entweder gerundet, quadratisch, länglich oder kreuzförmig. Der Zentralbau ist in Europa vor allem in Italien anzutreffen. Er wird aber auch ziemlich oft bei östlich-orthodoxen Kirchen praktiziert.
Die Hauptbestandteile eines traditionellen europäischen Gotteshauses sind der Chor, das Querhaus sowie das Langhaus. Die Stirnseite hat oft einen oder auch zwei Türme. Das Langhaus ist in der Regel mehr-schiffig, d.h. es verfügt über ein Mittelschiff und zwei oder vier Seitenschiffe.
Gotteshäuser sind meistens nach Osten gebaut, d.h. dass der Hauptaltar in Richtung des mittleren Aufgangspunktes der Sonne zeigt. Diese Ausrichtung soll zum Teil den Erlöser Jesus Christus symbolisieren, der das Licht des Glaubens bringt. Und zum Teil bezieht sich die Ausrichtung der Gotteshäuser auf die geographische Lage Jerusalems (von Europa aus liegt Jerusalem im Osten).
Die Gotteshäuser in den Epochen

  • In der Romanik wirkte die Baukunst sehr stattlich und massiv. Gang und gäbe waren Rundbögen, Türme in runder oder achteckiger Form und Würfel-Kapitelle auf den Pfeilern. In frühromanischer Zeit wurden flache Kassettendecken, später auch Kreuzgratgewölbe gebaut. Die Innenräume vergrößerten sich erheblich.
  • In der Gotik grenzte sich der Baustil deutlich von der Kompaktheit der Romanik ab und machte im großen Stil von der Symbolik sowie der Allegorie Gebrauch. Es wurden erstmals Spitzbögen, Strebepfeiler  und Kreuzrippengewölbe  angewandt, so dass auf massive Grundmauern als statisches Element nicht mehr allzu viel Wert gelegt wurde. Die Fenster wurden größer und ermöglichten einen helleren und freundlicheren Innenraum der Kirche.
  • In der Epoche des Barock  wurden Kuppeln und Kapitelle mit Ausschmückung bereichert. Stuckfiguren gingen in Deckenfresken über und ließen das Gotteshaus in Kunst erstrahlen. Eine barocke Kirche wurde erstmals in der Geschichte nicht nur als Gebetshaus gesehen, sondern auch als Gesamtkunstwerk.
  • Im Klassizismus verzichtete man im Kirchenbau auf die Ostung. Das Gotteshaus wurde in das städtische Gesamtbild eingebaut. Schlanke, scharf abgetrennte Grundrisse nahmen die malerischen Formen des Barock ein. Der mit dem Klassizismus eng verwobene Historismus macht stärker Gebrauch von antiken Formen.
  • In der Moderne, hingegen, wurde das Kirchenhaus neu erfunden. Tragender Baustoff wurde Beton, aber auch Glas wurde häufig verwendet. Die klassischen Bauformen, etwa der Basilika, rückten in den Hintergrund und wurden oft als sporadische Grundrisse adaptiert. Des Weiteren wurde der Innenraum praktischer ausgerichtet, so dass Versammlungen, Lesungen oder Konzertveranstaltungen im Inneren des Gotteshauses veranstaltet werden können.